Marsch und Geest - einzigartige Naturlandschaften

St. Michaelisdonn wird auch als „Brücke zwischen Marsch und Geest" bezeichnet, denn hier treffen beide Landschaftsformen in einem einzigartigen Übergang aufeinander. Mitten aus der platten Marsch erhebt sich die bis zu 40 Meter hohe steile Geestkante, auch Klev (= Kliff) genannt.

Die heutige Geest entstand während der letzten Eiszeiten, als gewaltige Eismassen Schutt und Geröll von Skandinavien aus vor sich her schoben. Dabei reichten die sogenannten Endmöranen bis ins heutige Dithmarschen - bis zum steilen Abhang der Geest. Denn dieser Abhang stellt das Ende der riesigen Schutt und Geröllmassen der Eiszeit dar.

Bis an die Geest heran reichte früher auch das Wasser der Nordsee. Deshalb spricht man beim Geestrand auch oft vom "Klev" (oder Kliff). Dieser erreicht in der Nähe von St.Michaelisdonn seinen höchsten Punkt mit dem 42 Meter hohen Spiekerberg. Oberhalb dieses eindrucksvollen Abhanges befindet sich auch der Flugplatz Hopen.
In der Nähe des Geestrandes ist der Boden sehr sandig, eine für Steilküsten typische Eigenschaft. Die welligen Abhänge des Spiekerberges sind vielfach mit Heidekraut bewachsen.

Da sich an Küsten häufig Sandablagerungen und Sandbänke vor dem Ufer befinden, finden man auch im Bereich von St.Michaelisdonn noch viele sogenannte "Sandwallfächer" 1-2 Kilometer vor dem Geestrand. Diese schmalen leichten Erhebungen werden auch Donnstrich (von Donn = Düne) genannt. Dadurch erhielt unter anderem die Gemeinde St.Michaelisdonn ihren Ortsnamen.

Die Geest selbst, die einen großen Teil Schleswig-Holsteins ausmacht, ist eine seichte Hügellandschaft mit vielen Wäldern und bewaldeten Feldgrenzen, den sogenannten Knicks. Gerade im Dithmarscher Bereich finden sich auf der Geest auch noch viele Hügelgräber - Zeugnisse der Steinzeit.

Die Marsch ist viel jünger als die Geest, denn noch lange nach der Eiszeit schwappte die Nordsee bis an den Geestrand heran. Im Laufe der Zeit wich die Nordsee zurück und grüne Salzwiesen im Vorland der Geest stellten fruchtbare Ackerböden dar. So siedelten die Menschen, die sesshaft wurden und Landwirtschaft betrieben nach und nach in die flache Marsch. Um sich vor Sturmfluten und häufigen Überschwemmungen bei hohen Wasserständen zu schützen, errichteten sie später Deiche.

Erst vor ein paar Jahrhunderten entstand so nach und nach die heutige Marsch, in dem immer mehr Land eingedeicht und besiedelt wurde. Die jüngsten Landgewinnungen stellen die Kööge direkt an der Nordseeküste dar.

Dieses eingedeichte Land ist sehr fruchtbar und deshalb sind die
Marschgegenden sehr von der Landwirtschaft geprägt. Zu den
Anbauprodukten zählen heute Gemüse, Kohl, Kartoffeln, Raps und Getreide.
Da die Marsch also der ehemalige Meeresboden in Küstennähe ist, ist die
Landschaft so flach.

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Das hier gezeigte Foto verdeutlich eindrucksvoll den Übergang zwischen
Marsch und Geest: Im Hintergrund sieht man die flache Marsch. (Das Foto
wurde vom Spiekerberg aus fotografiert und die Häuser im Hintergrund
gehören zu Dingerdonn.) Im Vordergrund erhebt sich einer der letzten
Ausläufer der bewaldeten Geest vor der Küste.

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marsch-und-geest5 Der Himmel wirkt geradezu riesig, denn bis zum Horizont sind keine Hügel
oder Berge zu erkennen. In den letzten Jahren sind dazu viele moderne
Windkraftanlagen gebaut worden, denn in der Küstenregion, in der immer
eine steife Brise weht, lässt sich mit Windkraft sehr viel Strom erzeugen.
So gehören heute zum typischen Landschaftsbild für die Marsch weiße Windkraftanlagen auf grünen Feldern vor einem blauen Himmel.