Das kaiserliche Postamt

Zwischen der Öster- und der Westerstraße befindet sich in der Ortsmitte von St. Michaelisdonn das ehemalige „kaiserliche Postamt". Der historische gut erhaltene Backsteinbau ist heute ein Geschäftsgebäude.

Im Jahre 1873 richtete die preußische Verwaltung in St. Michaelisdonn eine Postagentur ein. Der Schankwirt einer Gaststätte in der Westerstraße nahm in einem „Postzimmer" die Geschäfte wahr. Aufgrund der starken Zunahme des Briefverkehrs entstand 1906 das von einem Postmeister geleitete „kaiserliche Postamt", das im selben Jahr in dieses um 1880 erbaute Gebäude einzog. Der Zustellbereich umfasste St. Michaelisdonn mit den Wohnplätzen Christianslust, Süderdonn, Norderdonn, Brustwehr und Rösthusen sowie die Gemeinden Hindorf, Hopen und Westdorf (diese drei Orte wurden 1935 mit St. Michaelisdonn verschmolzen) und die Gemeinde Frestedt. Von 1923 bis 1952 bestand zudem eine örtliche Fernsprechvermittlungsstelle. Nachdem 1965 ein neues Postamt gebaut wurde, ging die „Alte Post" in private Nutzung. 1989 kaufte die Gemeinde St. Michaelisdonn das Gebäude und stellte das ursprüngliche Erscheinungsbild in einer umfassenden Sanierung wieder hier.

Vor dem Gebäude wurde vor einigen Jahren auch wieder ein Baum angepflanzt. Früher stand in dem Bereich vor dem kaiserlichen Postamt eine „Friedenseiche". Diese Bäume wurden nach den preußischen Einigungskriegen 1870/71 gepflanzt, so auch einige in St. Michaelisdonn. In der Österstraße, Ecke Claus-Harms-Straße und in der Westerstraße, Ecke Schulstraße befinden sich noch heute zwei Friedenseichen.
Der mächtige Baum vor dem Postamt musste für den Bau einer besseren Einmündung der Wester- in die Österstraße weichen. Nach einigen Jahren wurde die Kreuzung erneut umgebaut und der Platz für einen neuen Baum wurde geschaffen.

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