Gedichte

St. Michel

„St. Michel" von Herbert Heinrich - eines der St.Michel-Lieder der Wirtschaftlichen Vereinigung.


Een Platz gifft dat op düsse Welt,
wo Gastfründschaft un Ehr noch tellt!
Wo Emsigkeit keen Hektik worn -
nümms büst du beter as hier borg'n!

De feine Luft, so frisch vun See;
de wide Blick no Luv und Lee;
den Klev in'n Rüch, de Marsch blang bi
Sankt Michel - Donn, wat leev ick di!

Kenn hooge Hüüs, keen Smog-Alarm!
Mang düsse Minschen föhlst di warm.
Dat Handwerk leewt, ok Industrie.
De Hoper Möhl vergitts du nie!

De feine Luft, so frisch vun See;
de wide Blick no Luv und Lee;
den Klev in'n Rüch, de Marsch blang bi
Sankt Michel - Donn, wat leev ick di!

As Mittler twüschen Meer un Land -
'ne half Stünn blots vun Nordseestrand!
Veel Wald un Wischen, Moor und Heid -
segg mi, wo di dat beter geiht!

De feine Luft, so frisch vun See;
de wide Blick no Luv und Lee;
den Klev in'n Rüch, de Marsch blang bi
Sankt Michel - Donn, wat leev ick di!

Hest du toveel vun Stadt un Larm,
mach's nich mehr sin in'n Mischenswarm?
Kumm her no'n Donn, du warst gleiks seehn,
hier geiht in Ruh - dor kannst op speen!

De feine Luft, so frisch vun See;
de wide Blick no Luv und Lee;
den Klev in'n Rüch, de Marsch blang bi
Sankt Michel - Donn, wat leev ick di!

- Herbert Heinrich -

 

Unser Donn

„Unser Donn!" von Helmut Karstens  - eines der St. Michel-Lieder der Wirtschaftlichen Vereinigung.

 
Auf Dünensand einst aufgebaut,
wuchs unser Donn stets Jahr um Jahr.
Ein schmucker Ort entstand hier dann,
wo einst die rauhe Nordsee war.

Sankt Michel ward dann gewählt,
als Schutzpatron für Land und Leut',
Sankt Michaelisdonn - so heißt
der schöne grüne Flecken heut.

Als Grenzort zwischen Marsch und Geest
ward unser Donn dann weit bekannt.
Schmucke Häuser, schöne Gärten,
Erholungsort auf Dünensand

Am Klevesrand Büsch und Hecken,
 gelber Ginster, weiß blüht der Schlehn.
Als Wahrzeichen sieht man zwischen
Eichen stolz uns're Mühle stehn.

Refrain:
Zeigen sich mal graue Wolken
und rauher Wind weht überm Donn,
blauer Himmel zeigt sich wieder,
für uns scheint immer doch die Sonn'.

- Helmut Karstens -

 

Sei gegrüßt, mein Heimatland!

„Sei gegrüßt, mein Heimatland!" - das St. Michel-Gedicht von Wilhelm Stock ist in der ebenfalls von ihm geschriebenen Ortschronik veröffentlicht.

Wo vor rund sechstausend Jahren
Meeresbrandung schuf den Strand,
in den Dünen, auf den Höhen,
liegt mein teures Heimatland.

Auf der hohen Geest, der alten,
steht die Mühle, stolz und schön,
mit dem Wind von allen Seiten,
kann sie ihre Flügel drehn.

Vor dem Festland aus der Eiszeit,
schwemmt die Nordsee Meerland an,
welches heut, bis an die Deiche,
kaum das Aug' ermessen kann.

Und wir stehen hier und schauen
ringsumher die schöne Welt:
zu den Füßen bunte Wiesen
und im Osten Wald und Feld.

Links, gen Süden, auf dem Abhang,
wachsen Eichen, knorrig, krumm.
Bei dem sagenreichen Goldsot
gehen graue Männlein um.

Spiekerberg, der Kinder Freude
und der Wandrer, ohne Zahl,
lockt uns auf verschwiegnen Pfaden
auf und ab durch Berg und Tal.

Vor der Schlucht am Donner Kleve
liegt ein Rest vom alten See.
In der Nähe lag einst Bordorp,
munter springt hier heut das Reh.

Vor dem Haff entstanden Dünen
und dahinter Marschenland;
doch die armen Donner hatten
weiter nichts als grauen Sand.

Von der Schönheit unsrer Heimat
haben Dichter viel erzählt.
Gustav Frenssen hat in Büchern
oft zum Schauplatz sie erwählt.

In der Feldmark Hünengräber,
liegen hier und dort verstreut,
fast versteckt in Heid' und Ginster -
stumme Zeugen alter Zeit.

Rechts gen Norden, auf dem Kleve,
hinter Westdorf an dem Rand,
wachsen dunkle Kiefernwälder,
angepflanzt von Menschenhand.

Als die Eisenbahn gekommen
und nun in St. Michel hielt,
hat das Glück, das schöne gute,
für uns alle mitgespielt.

Dann der neue, große Bahnhof
ward erbaut auf Westdorfs Grund.
Zur Zentrale ward St. Michel
in der Landschaft weiter Rund!

Viele Jahre sind vergangen,
bis durch Wagemut und Fleiß,
endlich für die Donner Bürger,
Segen ward der Mühe Preis.

Und sie bauten eine Kirche,
ward "St.Michael" genannt,
aufgebaut aus Feldgesteinen -
neues Hoffen kam ins Land.

Viele Leute sind gekommen,
boten Wind und Wetter Trutz,
reichten sich die Hand zum Bunde,
Schaffen war ein hartes Muß.

Auf der Heide, in den Dünen,
stand der Väter schlichtes Haus.
Lange ist es stehngeblieben,
heut noch schaut es freundlich aus.

Wer weiß schon von ihren Sorgen,
ihren Freuden, ihrer Not,
ihrer Last in schweren Zeiten:
Arbeit nur fürs täglich Brot.

In dem Park mit hohen Bäumen
steht ein schwerer, ernster Stein
für die lieben Kameraden -
sollen nie vergessen sein!

Nach dem großen, schlimmen Kriege
trafen Brüder bei uns ein;
hatte bittre Not erlitten -
hier wird neue Heimat sein.

Zwischen Hängen ruht der Fischteich,
waldumrundet, wunderschön.
Auf dem Feldweg, sonnbeschienen,
wandern wir bis Ringelshörn.

Und dann für die alten Bürger,
Altersheime sind erstellt,
wo ihr grauer Lebensabend
durch die Freundschaft wird erhellt.

Ganz besonders die Gemeinde
hat für alle viel gebaut:
für die Kinder neue Schulen
und ein Schwimmbad vor dem Haus.

Für die Jugend: Plätze, Hallen,
wo der Sport Gesundheit bringt,
und bei manchem frohen Feste
unser aller Lied erklingt.

Durch die vielen neuen Bauten
ward bedrängt die Heimatflur,
bis die Einsicht hat gerettet
unsre herrliche Natur.

Über allem blauer Himmel,
wo die weißen Wolken ziehn,
und im Herbst die wilden Gänse
mit Geschrei nach Süden fliehn.

Neue Zeiten sind gekommen,
denen wir entgegengehn.
Mögen sie uns Frieden geben,
was dann kommt, das mag geschehn.

St. Michel ist emporgestiegen
trotz der Zeiten Sturm und Drang.
"Dir ward ein gutes Los beschieden:
Sei gegrüßt, mein Heimatland!"

- Wilhelm Stock -

 

Mien Heimatleed

„Mien Heimatleed" von Heinz Bukowski  - eines der St. Michel-Lieder der Wirtschaftlichen Vereinigung.


To Hus sün wi im Dithmarscher Land,
wo Marsch und Geest riek sik de Hand,
wo de Heeven so hoch un de Wischen so grön
wo mannig een Fremden sä: "Hier ist dat schön!"
St. Michel am Klev
Wi heb Di so lev!

Uns Heimat ist dat Dithmarscher Land,
wo de Flegers segeln sacht am Hang,
wo de Hoper Möhl sik noch dreiht,
wo de Bismarck-Steen in't wide Land kieken deiht.
St. Michel am Klev
Wi heb Di so lev!

Uns Heimat ist das Donner Land,
wo de Natur noch hät een goden Stand,
wo fründliche Lüüd lebn friedli tosomen,
dat ist uns Heimat - St.Michaelisdonn!
St. Michel am Klev
Wi heb Di so lev!

- Heinz Bukowski -